(Hoch)begabung & (Hoch)sensitivität

Abklärung der Sensorischen Integration 

Wenn Sie eine Hochsensitivität bei Ihrem Kind vermuten, ist eine Abklärung der sensorischen Integration sinnvoll. 

Diese wird von Ergotherapeuten*innen mit einer Zusatzausbildung in sensorischer Integration angeboten. 

Literaturempfehlung:

Ayres, J.A. (2016). Bausteine der kindlichen Entwicklung. Heidelberg: Springer

Besonders in der populärwissenschaftlichen Literatur wird oft ein Zusammenhang zwischen Hochbegabung und Hochsensibilität hergestellt, wobei das Konstrukt "Hochsensibilität" dann durch eine erhöhte sensorische Sensitivität und emotionale Responsivität bei gleichzeitig hohen sozialen Kompetenzen beschrieben wird. In der psychologischen wissenschaftlichen Literatur gibt es diesbezüglich noch keinen durchgängigen Konsens, mehrere Artikel verweisen aber auf eine erhöhte sensorische Sensitivität bei (Hoch)begabten. 

Am Kinderpsychologischen Zentrum der SFU können wir die Beobachtung machen, dass (Hoch)begabung besonders bei jüngeren Kindern oftmals mit einer erhöhten Sensitivität einhergeht, d.h. dass sie Reize intensiver wahrnehmen als das üblich ist. Diese Hypersensitivität betrifft oftmals Berührungsreize und auditive Reize. Es zeigt sich dann beispielsweise eine erhöhte Sensitivität gegenüber bestimmten Kleidungsstücken, eine Empfindlichkeit beim Haarewaschen, Nägelschneiden, etc., eine Abwehr von Berührungen von (wenig vertrauten) Gleichaltrigen und Erwachsenen, eine erhöhten Schmerzempfindlichkeit sowie eine starke Reaktion auf Lärm. Oftmals lehnen diese Kinder chaotischen Menschenansammlungen und wilde Kindern bzw. Kindergruppen ab.  Auf zu starke Reize reagieren sie mit Vermeidung bzw. Frustration/Aggression, weswegen es im Kindergarten zu Schwierigkeiten kommen kann. Häufig wollen sie diesen dann nicht besuchen oder verhalten sich dort, bis es ihnen vertrauter ist, zurückhaltend und beobachtend. Die Hypersensitivität wird dann aber mit dem Heranwachsen besser, die Kinder lernen auch besser damit umzugehen und können formulieren, wenn es ihnen zu viel wird und sie Rückzugsmöglichkeiten brauchen. 

Wesentlich ist, diese Hypersensitivität beim Kind zu erkennen, weil dann das Verhalten des Kindes besser verständlich wird und die Umgebung und der Alltag so gestaltet werden kann, dass die hypersensitiven Kinder genug Möglichkeiten zur Reizverarbeitung haben. Eine Sensorische Integrationstherapie kann zusätzlich zu einer Besserung beitragen.